Was müssen unsere Gäste bei der Bestellung eines Hotelzimmers beachten?

1.

Wird ein Hotelzimmer Online bestellt, so ist ein Gastaufnahmevertrag zustande gekommen.

Das dafür vorgesehene Formular als E-Mail Bestellung reicht aus.
Aus Beweisgründen ist es jedoch ratsam auf einer schriftlichen Bestätigung zu bestehen. Das gilt vor allem für längere Reisen.
Das E-Mail ist dabei ein schnelles und praktikables Hilfsmittel.

2.

Der Abschluss des Gastaufnahmevertrages verpflichtet die Vertragspartner für die gesamte Dauer des Vertrages zur Erfüllung der abgeschlossenen gegenseitigen Verpflichtungen:

  • Verpflichtung des Gastwirtes ist es, das Zimmer entsprechend der Bestellung bereitzuhalten.
  • Verpflichtung des Gastes ist es, den Preis für die Zeit (Dauer) der Bestellung des Hotelzimmers zu bezahlen.

3.

Der Gastwirt haftet,

wenn er das bestellte Zimmer bei der Anreise nicht zur Verfügung stellen kann (z.B. Überbuchung, Bauarbeiten u. ä.). Dann ist der Hotelier dem Gast gegenüber zum Schadensersatz verpflichtet. Das können z.B. Kosten für das Taxi zu einer Ersatzunterkunft und die Differenz zu einem dort höheren Hotelzimmerpreis sein. Der Gast ist nicht verpflichtet in einer niedrigeren Kategorie zu nächtigen.

4.

Der Gast haftet,

wenn er das bestellte Hotelzimmer nicht in Anspruch nimmt (Absage, Nichtanreise).
Er bleibt rechtlich verpflichtet, den Preis für die vereinbarte Hotelleistung zu bezahlen, ohne dass es auf den Grund der Verhinderung ankommt (§ 537 BGB).
Es handelt sich dabei nicht um einen Schadensersatz-, sondern um einen Erfüllungsanspruch.

5.

Ein gesetzliches Recht zum Rücktritt (Stornierung) gibt es nicht.

Auch Krankheit, Todesfälle, Autopannen usw. entbinden nicht von der Verpflichtung, den Übernachtungspreis zu bezahlen.

Etwas anderes gilt,

  • wenn die Parteien durch gesonderten Vertrag ein Rücktrittsrecht vereinbart haben.
  • wenn die Leistung des Gastwirts mangelhaft ist (z.B. Schmutz, Ungeziefer, falsche Versprechungen usw.) und der Gastwirt eine vom Gast gesetzte angemessene Frist zur Beseitigung des Mangels ungenutzt verstreichen lässt. Der Gast hat dann ein Kündigungsrecht nach § 543 BGB.
  • wenn die Stornierung vom Gastwirt (oder seinen Angestellten) schriftlich angenommen und akzeptiert wird.

6.

Anderweitige Vermietung

Nur für den Zeitraum, in dem das Hotel in dieser Zimmerkategorie ausgebucht (vollständig belegt) ist, entfällt die Verpflichtung des Gastes zur Bezahlung in Höhe der anderweitig erzielten Einnahmen für diesen Zeitraum.
Der Gastwirt ist nicht verpflichtet, Anstrengungen zur Weitervermietung an andere Gäste zu unternehmen (OLG Düsseldorf Urt. v. 2 .5.91 - 10 U 191/90 -).
§ 254 BGB (Mitverschulden) findet im mietvertraglichen Erfüllungsanspruch keine Anwendung, sondern ist dem Schadensersatzrecht zugeordnet.

7.

Abzug ersparter Aufwendungen

Bei einer Stornorechnung gegenüber dem Gast müssen die tatsächliche
Einsparungen
des Betriebes abgezogen werden.

Die Einsparungen des Betriebes betragen erfahrungsgemäß

  • bei der Übernachtung mit Frühstück 20%,

  • bei Halbpensionsvereinbarungen 30%,

  • bei Vollpensionsvereinbarungen 40%

des vereinbarten Preises.

8.

Barzahlung und Pfandrecht

Der Gastwirt hat einen Anspruch auf Barzahlung aller Leistungen vor Abreise und dementsprechend ein gesetzliches Pfandrecht an den eingebrachten Sachen des Gastes. (Daraus ergibt sich auch der Erfüllungsort - zumindest für den angereisten Gast.)

9.

Gerichtsstand

Gerichtsstand ist i. d. R. der Ort des Hotels, da auch im Falle einer Nichtbeanspruchung des Zimmers die Leistungen aus dem Gastaufnahmevertrag (Bezahlung des Übernachtungspreises) am Ort des Betriebes zu erbringen sind (Gerichtsstand des Erfüllungsortes § 29 ZPO, § 269 BGB).

----------- DEHOGA - Hotel- und Gaststättenverband -----------